Wandspiel heißt: Der Ball springt auf deiner Seite zuerst auf dem Boden auf, geht danach an die Rück- oder Seitenwand und kommt von dort zurück ins Feld. Du spielst ihn erst dann — mit Vorhand oder Rückhand.

Der Schlag selbst ist also nichts Neues. Neu sind Timing und Beinarbeit: Du musst den Ball nach dem Absprung im richtigen Moment und auf der richtigen Höhe erwischen.

Drei Fälle solltest du auseinanderhalten. Der Ball von der Rückwand kommt gerade auf dich zu und ist der einfachste — du gehst mit ihm zurück und wieder auf ihn zu. Der Ball von der Seitenwand kommt seitlich herein und verlangt, dass du dich rechtzeitig eindrehst. Und der Ball, der erst die Seiten- und dann die Rückwand nimmt, wird deutlich langsamer und flacher — er sieht schwierig aus, ist aber oft der bequemste der drei.

Wann du es brauchst

Bei praktisch jedem tiefen Ball. Genau hier liegt der große Unterschied zum Tennis: Ein Ball, der dich überspielt, ist nicht verloren — die Wand gibt ihn dir zurück und schenkt dir dabei eine ganze Sekunde.

Aus dieser Situation heraus ist der Lob die häufigste und beste Antwort. Du stehst hinten, der Gegner am Netz; ein hoher Ball über ihn hinweg dreht die Positionen um. Wer aus der Defensive flach zurückspielt, liefert dem Gegner nur den nächsten Volley.

Umgekehrt gilt die Wand auch für deine eigenen Schläge: Ein Ball, den du zu flach und zu lang spielst, kommt beim Gegner ebenso bequem von der Rückwand zurück. Deshalb sind tiefe Bälle mit wenig Tempo im Padel wertvoller als harte — sie sterben in der Ecke, statt zurückzukommen.

Und die Wand hat eine Grenze, die man kennen sollte: Je näher der Ball an der Wand aufkommt, desto weniger springt er zurück. Bälle, die fast an der Glasscheibe landen, bleiben dort — da hilft dir kein Timing, sondern nur, früh genug dort zu sein.

Typische Anfängerfehler

Zu dicht an der Wand stehen bleiben.
Geh mit dem Ball zurück Richtung Wand und dann wieder nach vorn auf ihn zu. Steht die Wand im Rücken, ist kein Platz für den Schläger.
Den Ball vor der Wand abfangen, aus Unsicherheit.
Warten lernen. Der Ball kommt zurück — und nach dem Absprung ist er langsamer und leichter zu treffen als vorher.
Den Ball im höchsten Punkt nehmen.
Lass ihn fallen und triff ihn in der Abwärtsbewegung, etwa auf Hüfthöhe. Im höchsten Punkt hast du weder Kontrolle noch Richtung.
Den Kopf zur Wand drehen und den Ball aus den Augen verlieren.
Seitlich stellen und über die Schulter schauen, sodass du Ball und Feld gleichzeitig siehst.

Ein Übungstipp

Übung

Wirf dir den Ball selbst gegen die Rückwand, geh mit ihm zurück, dreh dich seitlich und spiel ihn als Lob zurück ins Feld. Zwanzig Wiederholungen pro Seite, ohne Gegner und ohne Tempo. Es geht ausschließlich um die Beinarbeit vor dem Schlag.